Was ist ein Technologierisiko? Definition, Arten & Methoden zur Bewältigung im Überblick

Im Zeitalter der Digitalisierung dreht sich vieles nur noch um Technik. Gerade im Unternehmensalltag kommt man nicht umhin, Technologien und Innovationen zu nutzen. Was großartige Chancen bietet, birgt auch ein paar Risiken. Doch was ist überhaupt ein Technologierisiko? Wie kann man es senken? Und was gibt es sonst noch zu berücksichtigen? Diesen Fragen geht folgender Artikel auf den Grund.

 Definition: Was ist ein „Technologierisiko“?

 

Die Begriffe „Technologierisiko“ bzw. „technisches Risiko“ werden – wie der Name bereits andeutet – im Zusammenhang mit Technologien genannt. Es weist auf die Wahrscheinlichkeit von potenziellen Unsicherheiten und Gefährdungen hin, zu denen es bei ihrer Nutzung oder Entwicklung kommen kann. Zu den häufigsten Technologierisiken zählen Systemausfälle oder Datenverluste aufgrund von Sicherheitslücken. Weitere Bedrohungsfaktoren sind Cyberangriffe, Softwarefehler und Hardwareausfälle.

Die folgenden Auswirkungen spielen der Betrachtung von Technologierisiken eine wichtige Rolle:

  • finanzielle Schäden
  • Betriebsstörungen
  • Reputationsverlust

Es ist nicht nur wichtig zu wissen, was ein Technologierisiko ist, sondern auch, wie Sie es minimieren können. Dazu kommen verschiedene Tests und regelmäßige Wartungen zum Einsatz. Erforderlich ist ein Risikomanagementplan. Dabei geht es voll und ganz darum, technische Risiken zu ermitteln, zu bewerten und zu priorisieren. Unternehmen haben dadurch die Möglichkeit, rechtzeitig zu reagieren und zielführende Maßnahmen umzusetzen.

Wie entstehen Technologierisiken?

Technische Risiken können aus verschiedenen Quellen stammen. In den Ingenieurwissenschaften definiert man Technologierisiken als die möglichen negativen Folgen, die durch das Versagen von technischen Systemen oder durch Fehler entstehen können. Am häufigsten führen folgende Quellen zu technischen Risiken:

  • Materialversagen
  • Falsche Bedienung durch den Anwender
  • Fehler in Design und Konstruktion
  • Unerwartete äußere Einflüsse, z.B. Witterung

Damit Ingenieure ein technisches Risiko besser verstehen können, betrachten sie spezifische Szenarien, bei denen mit einer bestimmten Wahrscheinlichkeit bestimmte Ereignisse eintreten. In der Folge analysieren sie deren Auswirkungen.

Wie berechnet man das technische Risiko?

Um Technologie Risiko zu bewerten, reicht die Wahrscheinlichkeit einer Gefährdung in der Regel nicht aus. Eine Gefährdung verursacht einen finanziellen oder immateriellen Schaden. Die Schadenbeseitigung verursacht immer Kosten. Bei der Risikobewertung spielen beide Kennzahlen gleichzeitig eine wichtige Rolle: sowohl die Wahrscheinlichkeit eines Ereignisses wie auch die Kosten der Schadenbeseitigung.  Ingenieure verwenden für die Risikoberechnung die folgende Formel:

Risiko (R) = Wahrscheinlichkeit (P) x Kosten (C)

Auf dieser Basis kann am besten ermittelt werden, welche Maßnahmen ergriffen werden müssen, um das Risiko zu minimieren. Risikominimierungsmaßnahmen sind allerdings nur dann sinnvoll, wenn ihre Kosten im Verhältnis zum potenziellen finanziellen oder immateriellen (Image, Reputation) Schaden stehen. 

Bei der Risikobeurteilung kommen häufig Fehlermöglichkeits- und -einflussanalysen (FMEA) oder sogenannte Monte-Carlo-Simulationen zum Einsatz.

  • FMEA setzt sich aus mehreren Schritten zusammen. Zunächst wird die mögliche Fehlerursache ermittelt, danach analysiert man die möglichen Auswirkungen jedes Fehlers und schließlich werden die Schwere und Wahrscheinlichkeit des Fehlers bewertet. Anschließend folgt die Priorisierung der Risiken: Welches ist kritischer als ein anderes? Auf der Basis können Experten Strategien entwickeln, um Technologierisiken zu minimieren.
  • Die Monte-Carlo-Simulation hingegen ist eine numerische Methode. Die Strategie ist etwas komplexer und darauf ausgelegt, Unsicherheiten in Modellen zu berücksichtigen, indem verschiedene mögliche Szenarien simuliert werden. Auch damit lässt sich eine Risikobewertung durchführen, auf deren Grundlage mögliche Gefahren reduziert werden können.

Praktisches Beispiel: Brückenbau

Wie sieht das in der Praxis aus? Ein gutes Beispiel, an dem sich erklären lässt, was ein Technologierisiko ist und wie es ermittelt werden kann, ist der Brückenbau. Ingenieure müssen hier viele verschiedene Faktoren berücksichtigen und wenden viel Zeit und Mühe für die Planung auf. Mögliche Risiken sind extreme Wetterereignisse oder Materialermüdung. Wenn diese nicht ausreichend berücksichtigt werden, können die Folgen fatal sein. Die Sicherheit und Stabilität der Brücke leiden darunter.

Dieses Beispiel lässt sich auf viele andere Bereiche ummünzen – so auch auf die IT und Technik. Die Folgen: Technologierisiken können den Geschäftsbetrieb erheblich stören, da es zu ungeplanten Ausfallzeiten kommt. Diese können Ihrem Unternehmen teuer zu stehen kommen. Mehrkosten sind keine Seltenheit. Neben ungenutzter Zeit und nicht fristgerecht erledigten To-Do’s sind es auch Notfallreparaturen und Datenwiederherstellungen, die zu Buche schlagen.

Gleichzeitig können Technologierisiken in der IT einen Verlust des Kundenvertrauens und der -bindung nach sich ziehen. Eine verschlechterte Servicequalität kann zusätzlich die Wettbewerbschancen schmälern. Im schlimmsten Fall wandern Ihre Kunden zur Konkurrenz ab. Das hat auch finanzielle Auswirkungen zur Folge, welche nur mit teuren Gegenmaßnahmen ausgeglichen werden können. 

7 Arten von technischen Risiken

Es gibt eine Vielzahl an verschiedenen Arten von Technologierisiken. In der Regel unterteilt man sie in mehrere Kategorien. Eine Einordnung findet anhand der einzigartigen Merkmale des Risikos und seinen möglichen Folgen statt. Wir haben die 7 wichtigsten Arten von Technologierisiken für Sie zusammengetragen.

1. Software-Risiken

Alle Technologierisiken, die sich auf die Entwicklung und den Einsatz von Software beziehen, gelten als Software-Risiken, zum Beispiel:

  • Programmfehler
  • Sicherheitslücken
  • Kompatibilitätsprobleme

Diese Risiken können zu Datenpannen, Betriebsstörungen und sogar zu kompletten Systemausfällen führen. Das ist übrigens auch bei veralteten Technologien der Fall. Wenn diese nicht mehr gewartet werden, kann das ebenso schwerwiegende Konsequenzen nach sich ziehen.

2. Hardware-Risiken

Im Gegensatz zu Software-Risiken befassen sich Hardware-Risiken mit den physischen Bestandteilen Ihrer IT-Infrastruktur. Das umfasst Server, Computer und Ihre Netzwerkausrüstung. Störungen und Fehlfunktionen Ihrer Hardware können zu einem Stillstand Ihrer Anlagen oder Ihres Betriebs sowie zu Datenverlust führen. Die Leistungsfähigkeit Ihres Unternehmens kann drastisch sinken.

3. Risiken der Cybersecurity

Cybersecurity ist heute wichtiger denn je – es gibt viele Internetbetrüger, die entweder auf Geld oder Daten aus sind oder Unternehmen einfach sabotieren möchten. Häufig leidet auch der Ruf des Unternehmens unter einer Lücke in der Cybersecurity . Zu häufig anzutreffenden Gefährdungen zählen hier unter anderem Hackerangriffe, Phishing-Versuche, oder unbemerkte Installation von Schadsoftware und Ransomware auf einem Rechner.

4. Risiken im Projektmanagement

Werden in Ihrem Unternehmen technologierelevante Projekte abgewickelt? Dann birgt sich hier ein weiteres Potenzial für Technologierisiken. Schlechte Planung oder eine falsche Ermittlung des Kapazitätsbedarfs können Ihr Projekt verzögern, das Budget überschreiten oder im schlimmsten Fall dazu führen, dass das Projekt gar nicht erfolgreich abgeschlossen werden kann.

5. Innovationsrisiken

Unternehmen, die wettbewerbsfähig bleiben wollen, müssen auf neueste Technologien und Innovationen setzen. Doch genau das kann auch gewisse Risiken mit sich bringen. Wenn eine Technologie noch nicht vollends erprobt oder nicht mit Ihrer bestehenden Infrastruktur kompatibel ist, kann es zu Problemen kommen. Von einer eingeschränkten Funktion über Störungen bis hin zum Systemausfall – auch diese Technologierisiken sind nicht zu unterschätzen.

6. Betriebsrisiken

Nicht nur der Einsatz neuer Technologie kann zu Problemen führen. Oft ist es der tägliche Gebrauch, der technische Risiken birgt. Anwenderfehler können kleine und große Auswirkungen haben. Daher sollte Ihr Personal gut geschult im Umgang mit der jeweiligen Technik sein.

7. Regulatorische Risiken

Der Gebrauch von Technologie bietet viele Vorteile, wird aber auch durch bestimmte Vorschriften und Normen reguliert. Diese müssen von Unternehmen dringend eingehalten werden. Die Folge einer Nichteinhaltung: Reputationsschäden, Geldstrafen, strafrechtliche Maßnahmen – damit ist nicht zu spaßen. Gerade in sensiblen Branchen wie dem Gesundheits- oder dem Finanzsektor sollten diese Technologierisiken nicht unterschätzt werden.

Was sind Technologierisiken und wie lassen sie sich minimieren?

Wenn es um Technologierisiken geht, ist es essenziell, Wege zu finden, um sie zu minimieren. So können Sie Ihr Unternehmen und seine Effizienz schützen. Gleichzeitig sichern Sie damit Ihre Vermögenswerte und die betriebliche Integrität ab.

Doch welche Maßnahmen helfen dabei, Technologierisiken zu reduzieren?

  • Regelmäßige Risikobewertungen
  • Prüfungen durch Sachverständige
  • Cybersicherheit
  • Technology Lifecycle Management
  • Konkrete Pläne für Notfälle
  • Diversifizierung von Lieferanten und Technologien
  • Risikomanagement für Lieferanten
  • Backups von Daten bzw. Pläne für ihre Wiederherstellung

Essenziell ist eine stabile Infrastruktur, die nicht so leicht auf Bedrohungen oder Schäden reagiert. Zudem sollten Sie sich Ihre Partner, mit denen Sie zusammenarbeiten, gut aussuchen. Hinzu kommen regelmäßige Risikobewertungen und Überwachungen. IT-Audits sind die perfekte Grundlage, auf der Sie Technologierisiken ermitteln können. Ein solches Audit ermöglicht Ihnen, Schwachstellen zu erkennen, damit Sie Ihre IT-Landschaft so verbessern können, damit es gar nicht erst zu Vorfällen kommt.

Risikomanagement – digitale Lösungen für technische Risiken

Technische Schwierigkeiten erfordern technische Lösungen. Tatsächlich lässt sich das Risikomanagement durch digitale Tools bereichern. Sie bieten folgende Vorteile:

  • Abläufe im Risikomanagement werden effizienter.
  • Unternehmen können neue, zielgerichtete Strategien entwickeln.
  • Potenzielle Probleme werden bereits vor dem Auftreten identifiziert und aus der Welt geschafft.

Lösungen wie die von LUY ermöglichen es Ihnen, Technologierisiken zu identifizieren und zu bewerten sowie Risikominimierungsmaßnahmen nach Bedarf zu initiieren. So steht reibungslosen Unternehmensabläufen nichts mehr im Weg. Doch welche Lösungen bietet LUY?

Wir sind Ihr Ansprechpartner, wenn es um effiziente und sichere Geschäfts- und IT-Landschaften geht. Wir unterstützen Sie nicht nur bei der Auswahl Ihrer Systeme, sondern auch bei der Einbindung und Anpassung an Ihr Unternehmen. Setzen Sie auf maßgeschneiderte Lösungen und minimieren Sie die Technologierisiken in Ihrem Betrieb mit LUY.

Fazit: Was sind Technologierisiken?

Technologierisiken sind auch als technische Risiken bekannt und bezeichnen die Wahrscheinlichkeit von möglichen Gefährdungen, die aus Sicherheitsmängeln, Fehlfunktionen oder einer Fehlbedienung von technologischen Systemen resultieren, sowie die Kosten der Beseitigung von potenziell entstandenem Schaden. Unternehmen sollten auf Nummer sicher gehen und Maßnahmen ergreifen, um die Technologierisiken gezielt zu senken. Wir von LUY unterstützen Sie dabei, sodass Sie vor den möglichen Konsequenzen geschützt sind.

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