VSM: Was ist Value Stream Management und wie nützt es Ihrem Unternehmen?
Definition von VSM
VSM ist die Kurzform für „Value Stream Mapping“ oder auch Wertstromanalyse bzw. Wertstromaufnahme genannt. Es handelt sich um eine Methodik aus dem Lean Management, die dabei helfen soll, die Wertschöpfung zu optimieren und Verschwendung zu minimieren. Dazu analysieren Unternehmen ihre Prozesse, damit sie Schwachstellen und Optimierungspotenziale aufdecken können. Die Qualität von Geschäftsprozessen wird bewertet, indem die Einzelschritte dahingehend überprüft werden, ob sie wertschöpfend sind. Als wertschöpfend werden die Schritte bezeichnet, die dazu beitragen, dass das Produkt oder die Dienstleistung für den Kunden an Wert gewinnt.
VSM wird häufig auch für „Value Stream Management“ verwendet. Das Wertstrommanagement dient dazu, den Fluss von Materialien und Informationen nicht nur aus Kundensicht zu visualisieren, sondern den Wertstrom auch gezielt zu optimieren. So haben Unternehmen stets den Überblick über die Anforderungen, die Kunden an ihre Produkte stellen, um sie weiter zu verbessern.
Value Stream Mapping vs. Value Stream Management – worin liegt der Unterschied?
Mit VSM können sowohl Value Stream Mapping als auch Value Stream Management gemeint sein. Doch worin liegt genau der Unterschied?
Während sich die Wertstromanalyse damit befasst, alle Schritte eines Wertstroms zu identifizieren und zu visualisieren, um ein effizientes System zu schaffen, fokussiert sich das Wertstrommanagement darauf, den Wertstrom gezielt zu erhöhen. Dazu befasst es sich mit allen Aktivitäten, die zur Bereitstellung eines Produkts stattfinden.
Somit gilt: Sowohl Value Stream Mapping als auch Value Stream Management spielen für Unternehmen eine wichtige Rolle, wenn es um die Optimierung des Wertstroms geht.
Wie funktioniert VSM?
Zum sogenannten Wertstrom gehören alle Abschnitte eines Prozesses und alle Aktivitäten, die bei der Auftragsdurchführung relevant sind. Daher umfasst der Wertstrom wertschöpfende Primär- sowie nicht wertschöpfende Unterstützungsaktivitäten.
Im Zuge einer Wertstromanalyse wird dieser Wertstrom erfasst, zeitlich bewertet und visualisiert – meist in Form eines Flussdiagramms. Man bezeichnet dieses Diagramm auch als „Value Stream Map“.
Die Kriterien, anhand derer man im VSM Prozesse und Prozessschritte bewertet, sind unter anderem die Anteile der nicht wertschöpfenden Tätigkeiten, der Anteil der Bearbeitungs- und Auftragszeiten an der Durchlaufzeit sowie die Auftragsdurchlaufzeit selbst. Indem einzelne Schritte in entsprechende Kategorien gesteckt werden, erhalten Sie einen Fahrplan dafür, welche Maßnahmen getroffen werden müssen, um Ihre Geschäftsprozesse zu optimieren:
· Nicht wertschöpfende Tätigkeiten sollten reduziert werden.
· Die Auftragsdurchlaufzeit gilt es zu verkürzen.
· Der Anteil der Bearbeitungs- und Auftragszeiten an der Durchlaufzeit sollte erhöht werden.
Damit Ihnen VSM tatsächlich etwas bringt, sollten Sie die Bewertung nicht nur einmal durchführen. Für nachhaltige Erfolge ist eine kontinuierliche Überwachung Ihres Wertstroms erforderlich. Auf diese Weise können Sie Ihre Prozessschritte stetig verbessern.
Value Stream Mapping (VSM) lässt sich in drei Phasen unterteilen:
1. Erfassen und dokumentieren Sie den Prozessablauf.
2. Bewerten Sie die Ergebnisse.
3. Entwickeln Sie Maßnahmen zur Optimierung.
Vorteile von VSM: Wie helfen Value Stream Management und Value Stream Mapping Ihrem Unternehmen?
Die Wertstromanalyse hat vor allem ein Ziel: Sie soll Verschwendung in Ihrem Unternehmen reduzieren. Das allein ist ein großer Vorteil, von dem Sie als Unternehmen in hohem Maße profitieren.
Gleichzeitig schaffen Sie mit VSM eine Kultur der kontinuierlichen Verbesserung. Ihre Teammitglieder sind dazu motiviert, ihre Aktivitäten sinnvoll zu priorisieren, um die Bedürfnisse der Kunden und Stakeholder zu erfüllen.
Zudem verbessert Value Stream Mapping (VSM) die Kommunikation. Statusaktualisierungen werden durch Diskussionen auf höherer Ebene ersetzt, was wichtige Geschäftsentscheidungen unterstützt. Generell wird die Zusammenarbeit der Mitarbeiter verbessert, was ihre Produktivität und Zufriedenheit erhöht.
Die gleichen Vorteile genießt Ihr Unternehmen auch bei Value Stream Management. Der Unterschied liegt lediglich darin, dass die Techniken in Bezug auf bestimmte Anwendungen anders durchgeführt werden.
Zudem bietet Value Stream Management noch den Vorteil einer End-to-End-Optimierung der gesamten Wertschöpfungskette. Es lässt Sie in der Vogelperspektive auf den Lebenszyklus der Produktentwicklung blicken, was noch besser ermöglicht, Verbesserungspotenziale aufzudecken. Überdies bezieht das Wertschöpfungsmanagement intelligente Prozessdaten ein, um Verbesserungen zu maximieren.
Wertstromanalyse und Wertstrommanagement im Überblick
VSM ist nicht gleich VSM. Obwohl sich das Value Stream Mapping und das Value Stream Management sehr ähnlich sind, gibt es doch einige Punkte, in denen sie sich stark unterscheiden:
· Schwerpunkt: Bei Value Stream Mapping liegt der Fokus darauf, Wertströme zu visualisieren, um Verschwendung zu erkennen und zu eliminieren. Bei Value Stream Management hingegen geht es vorwiegend um die Nutzung der visualisierten Value Stream Map, um den Geschäftswert zu optimieren. Ohne das eine gibt es das andere also gar nicht!
· Zeitrahmen: Für eine Wertstromanalyse (VSM) ist es nötig, verschiedene Teams zusammenzubringen. Es ist also Zeit für die Vorbereitung und Durchführung erforderlich. Diese wird in der Regel im Vorfeld genau festgelegt. Das Wertstrommanagement versteht sich vielmehr als ein kontinuierliches Verfahren, das nicht an einen festen Zeitrahmen gebunden ist.
· Fluss: Der Informationsfluss bei Value Stream Mapping ist linear und folgt treu dem Wertstrompfad. Beim Management ist dieser Fluss durchgängig und muss nicht linear sein.
· Ausgangspunkt: Eine Wertstromanalyse beginnt auf der geschäftlichen Seite des Wertstroms. Der Startpunkt des Value Stream Managements kann überall sein.
· Items: Value Stream Maps visualisieren die Arbeit, die zwischen Teams erstellt wird. Im Value Stream Management definiert man „Arbeit“ als Flow Items mit einem gewissen Wert in Hinblick auf die Geschäftsziele.
Wann eignet sich VSM für Ihr Unternehmen?
Wenn es um VSM geht, stellen sich viele Unternehmen die Frage: Wann macht Value Stream Mapping Sinn und in welchen Fällen wende ich Value Stream Management an? Tatsächlich hängen beide Konzepte so eng zusammen, dass es häufig schwierig ist, ihre Anwendung klar zu unterscheiden.
Generell gilt: Beide Techniken gehen Hand in Hand. Sie sollten sich also nicht darauf fokussieren, entweder das eine oder das andere VSM anzuwenden. Vielmehr geht es um einen Prozess, der beide Disziplinen vereint. Denn nur mit einer funktionierenden Value Stream Map kann erfolgreiches Wertstrommanagement erfolgen. Doch ohne Value Stream Management ist die Map mehr oder weniger sinnlos.
Die Frage lautet also nicht, welches Konzept Sie anwenden, sondern wann welches zum Tragen kommt. Die Wertstromanalyse (Value Stream Mapping) kommt ins Spiel, wenn Sie mit Ihrem Team ein paar Tage lang zusammenarbeiten können, um eine Value Stream Map auszuarbeiten und noch nicht über die Unterstützung der Stakeholder oder die finanziellen Mittel für die Umgestaltung verfügen.
Das Wertstrommanagement kommt dann zum Tragen, wenn Sie über die Tools verfügen, um wichtige Parameter Ihres Wertstroms in Echtzeit erfassen können und produktorientierte Teams dazu befähigen wollen, Kosten und fehlerhafte Muster zu reduzieren, die mit projektorientierten Teams verbunden sind.
Generell kann Value Stream Management in fast jedem Unternehmensbereich eingesetzt werden. Grundsätzlich profitieren davon alle Unternehmen, die die Bereitstellung von wertvollen Produkten und Dienstleistungen für ihre Kunden verbessern möchten. So kommt VSM vor allem in der Softwarebranche zum Einsatz, da Tech-Unternehmen auf diese Weise den Wertstrom für ihre Hauptanwendungen analysieren und verbessern können. Doch auch jede andere Branche profitiert von den Vorteilen, die VSM zu bieten hat. Schon allein eine Lieferkette lässt sich mit Value Stream Mapping und Management enorm vereinfachen und verbessern.
Fazit
VSM kann für zwei Konzepte des Lean Management stehen. Einerseits wird damit das Value Stream Mapping beschrieben, andererseits das Value Stream Management. Da beide Disziplinen eng zusammenhängen und teilweise in Wechselwirkung stehen, sollten Sie sich als Unternehmen mit beiden VSM befassen. Wertströme lassen sich auch in LUY modellieren und analysieren. Wir von LUY helfen Ihnen bei der Umsetzung eines erfolgreichen VSM-Prozesses, der Ihnen dabei hilft, Ihren Wertstrom zu verbessern.
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