SaaS vs. Cloud – Unterschiede, Vor- & Nachteile
SaaS vs. Cloud – was ist was?
Viele Anwender verwechseln die Begriffe Cloud und SaaS. Schließlich sind sie beide im Hinblick auf die Digitalisierung von großer Wichtigkeit und werden daher häufig miteinander in Verbindung gesetzt. Jedoch sind SaaS und Cloud nicht das Gleiche – es gibt erhebliche Unterschiede!
Was sie gemeinsam haben: Software-as-a-Service (SaaS) und Cloud sind zwei Lösungen, die Führungskräfte verwenden können, um technologische Optionen für ihr Unternehmen zu finden. Die Lösungen sind zwar verwandt, aber weisen doch ihre ganz eigenen Besonderheiten auf.
Was ist SaaS?
SaaS steht für Software-as-a-Service. Es ist Teil des Cloud-Computings, wozu auch IaaS (Infrastructure-as-a-Service) und PaaS (Platform-as-a-Service) gehören. Jedes dieser drei Modelle deckt einen eigenen Bereich des IT-Managements eines Unternehmens ab, womit sie eine Alternative für traditionelle On-Premises-Lösungen – also IT-Dienstleistungen und Software innerhalb der IT, die über einen eigenen Server laufen – geworden sind.
Was zeichnet Software-as-a-Service aus? Bei diesem Modell wird die Software über das Internet bereitgestellt und Benutzer können sie sofort verwenden. Eine vorherige Installation fällt also weg. In der Regel sind SaaS-Produkte in praktischen Abonnements erhältlich – Unternehmen abonnieren sie monatlich oder jährlich und können in diesem Zeitraum auf die Funktionen zugreifen. Neben einem Abo-Modell gibt es auch Pay-per-Use-Lizenzverträge.
Oftmals werden sie über eine Cloud zur Verfügung gestellt – so ist ein einfacher und praktischer Zugriff möglich. Zudem ist die Bereitstellung von SaaS sehr kostengünstig. Daher wird sie von vielen Unternehmen tagtäglich rege genutzt – in verschiedenen Bereichen.
Die Wartung und Verwaltung übernimmt der SaaS-Anbieter. Zwar geben Unternehmen dadurch ein Stück Kontrolle ab, doch sie müssen sich nicht mit Updates und Wartungsarbeiten herumschlagen. Zudem lassen sich SaaS-Produkte maßgeschneidert an das Unternehmen anpassen. Auf diese Weise erhalten Firmen genau die Services, die für sie von Vorteil sind.
Was also im Fokus steht: Bei SaaS können Unternehmen ihre Geschäftsprozesse sofort optimieren, da sie eine sofort einsatzbereite Standardlösung erhalten. Zu IaaS oder PaaS wird übrigens eher dann gegriffen, wenn Unternehmen eigene Applikationen, die individuell auf ihre Bedürfnisse zugeschnitten sind, entwickeln möchten.
Was versteht man unter „cloudbasiert“?
Neben SaaS gibt es noch die Cloud – auch unter dem Begriff „Cloud-Computing“ zusammengefasst. Es steht für die Bereitstellung und Nutzung von Hard- und Software über das Internet. In diesem Punkt sind sich SaaS und Cloud recht ähnlich. Mittels sogenannter On-demand-Computing-Services ist es möglich, über jedes Endgerät auf Server und Applikationen zuzugreifen. Die Daten müssen allerdings zu keinem Zeitpunkt auf einer physischen Festplatte gespeichert werden – sie befinden sich also in der Cloud.
Oftmals wird die Cloud mit einem physischen Standort gleichgesetzt. Allerdings handelt es sich dabei weder um einen tatsächlichen Standort noch um einen Server – die Cloud ist lediglich die Idee, dass Benutzer von überall und zu jeder Zeit Zugriff auf Informationen haben. Es ist geradezu so, als würden sich die Daten in einem virtuellen, allgegenwärtigen Raum befinden. Damit Sie auf Informationen in der Cloud zugreifen können, muss Ihr Endgerät lediglich eine Netzwerkverbindung aufweisen.
Einige Unternehmen, die auf die Cloud-Technologie setzen, besitzen eine Multi-Cloud-Infrastruktur. Das bedeutet, dass sie mehr als nur eine Cloud-Plattform nutzen, sondern eine Kombination verwenden. Es gibt verschiedene Bereitstellungsmodelle. Die drei häufigsten sind:
- Private Clouds
- Öffentliche Clouds
- Hybride Clouds
Beispiele für Cloud vs. SaaS
Da Cloud und SaaS im Unternehmensalltag rege genutzt werden, ist es nicht schwer, entsprechende Beispiele zu finden. Wie kommen Cloud- und SaaS-Produkte zum Einsatz?
Beispiele für Cloud
Cloud-Computing findet in verschiedenen Bereichen Anwendung – die Möglichkeiten sind vielfältig. Man unterscheidet private, öffentliche und hybride Clouds.
- Private Cloud: Sie ist ideal für Unternehmen geeignet, die eine eigene Umgebung ausschließlich für ihre Organisation benötigen. Sie können Hosting und Verwaltung selbst übernehmen oder diese Aufgaben an einen externen Dienstleister auslagern. Wenn Sie sich für einen Dienstleister entscheiden, liegt die Cloud in einem externen Rechenzentrum. Allerdings bleibt die Umgebung stets privat, was bedeutet, dass nur Ihr Unternehmen darauf Zugriff hat.
- Öffentliche Cloud: Bei diesem Modell stellt ein Drittanbieter Ressourcen über das Internet zur Verfügung und mehrere Nutzer können darauf zugreifen. Ihre Daten sind zwar immer noch geschützt, aber die Umgebung gehört nicht allein Ihnen.
- Hybrid-Cloud: Hierbei handelt es sich um eine Kombination von öffentlicher und privater Cloud. Sie ist ideal, wenn Sie die Cloud individuell an Ihren Bedarf anpassen möchten.
Beispiele für SaaS
Unternehmen können verschiedene Arten von Software nutzen, die als SaaS angeboten werden. Besonders populär sind die ERP-Software und die CRM-Software:
- ERP-Software: Diese Softwarelösung unterstützt Unternehmen bei Geschäftsprozessen und bei der Verwaltung.
- CRM-Software: Das Customer Relationship Management dient der Verwaltung und Verbesserung von Kundenbeziehungen.
Wie steht es bei SaaS und Cloud um den Datenschutz?
Ein wichtiges Thema, das jedes Unternehmen interessieren sollte, bevor es sich für eine SaaS- oder Cloud-Lösung entscheidet, ist der Datenschutz. In Deutschland gibt es dazu klare Regelungen und ein Verstoß dagegen ist nicht nur kostspielig, sondern verschlechtert auch die Reputation des Unternehmens.
Gerade dann, wenn es um sensible Unternehmensdaten geht, muss geklärt werden: Wie hoch ist der Datenschutz bei SaaS und Cloud? Tatsächlich kommt es hier ganz auf das Produkt an. Wer eine SaaS- oder Cloud-Lösung aus dem Ausland bezieht, läuft Gefahr, gegen die in Deutschland geltende Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) zu verstoßen. Es ist daher sinnvoll, einen Anbieter aus Europa zu wählen und ein Produkt zu nutzen, bei dem explizit damit geworben wird, dass es datenschutzkonform ist.
SaaS vs. Cloud – Vor- und Nachteile im Überblick
Soll es nun SaaS oder Cloud werden? Sie haben die Wahl! Doch um eine fundierte Entscheidung treffen zu können, sollten Sie sich mit den jeweiligen Vor- und Nachteilen befassen. Was können SaaS-Produkte? Und was bietet die Cloud?
Wir sehen uns folgende Aspekte im Detail an:
- Wartung und Updates
- Kosten
- Kontrolle und Anpassung
- Skalierbarkeit
- Sicherheit und Datenschutz
- Flexibilität und Integration
- Technische Komplexität
Wer wird besser abschneiden – SaaS vs. Cloud?
Wartung und Updates
Bei SaaS übernimmt der Anbieter die Wartung und führt Updates durch. Die Sicherheit und Zuverlässigkeit der Anwendung liegen damit in seinen Händen. Bei Cloud gibt es ebenfalls entsprechende Modelle. Allerdings ist es auch möglich, dass sich der Nutzer darum kümmern muss.
Kosten
Bei SaaS sind die Investitionskosten recht gering. Dank Abonnementmodellen sind die Kosten transparent und planbar. Zudem ist keine spezielle Hardware nötig, womit SaaS günstiger als On-Premises-Lösungen ist. Das Gleiche gilt für cloudbasierte Lösungen: Die Kosten variieren je nach Nutzung.
Kontrolle und Anpassung
SaaS bietet weniger Kontrolle und kann in geringerem Maße angepasst werden als Cloud. Je nach Servicemodell ist eine größere Kontrolle über die Infrastruktur möglich.
Skalierbarkeit
Sowohl SaaS als auch Cloud sind sehr flexibel und automatisch skalierbar. So sind die Produkte stets auf Ihren individuellen Bedarf zugeschnitten.
Sicherheit und Datenschutz
Bei SaaS ist eine hohe Sicherheit geboten, allerdings liegen die Daten stets extern. Bei Cloud-Produkten gibt es beide Modelle: Die Daten können sich beim Anbieter oder beim Benutzer befinden.
Flexibilität und Integration
Durch die Schnittstellen ist eine vielfältige Integration von SaaS und Cloud möglich. Bei cloudbasierten Anwendungen ist die Flexibilität sogar noch etwas gesteigert.
Technische Komplexität
Da bei SaaS-Produkten der Anbieter alles regelt, gestaltet sich die Komplexität sehr gering. Bei Cloud kann es durchaus sein, dass etwas mehr Know-how gefragt ist – hier kommt es ganz auf das Produkt an.
Gemeinsame Vorteile von SaaS und Cloud – die Mischung macht’s
Obwohl bei der Gegenüberstellung SaaS vs. Cloud herausgekommen ist, dass beide Seiten durchaus mögliche Nachteile mitbringen, sind doch die Vorteile nicht zu verachten. Sowohl SaaS als auch Cloud bieten erhebliche Pluspunkte, auf die Unternehmen nicht verzichten sollten. Tatsächlich gilt: In der Kombination sind SaaS und Cloud noch viel stärker als einzeln. Wir zeigen Ihnen die 6 wichtigsten Vorteile.
1. Mehr Effizienz, reduzierte Kosten
Wenn Sie Cloud-Services in Anspruch nehmen, beziehen Sie diese von einem bestimmten Anbieter. Dieser ist es auch, der für die Behebung von Fehlern und die Verwaltung der Anwendung zuständig ist. Daher profitieren Sie von einem einfachen, unkomplizierten Produkt und müssen sich nicht mit Updates und Wartungen beschäftigen. Das macht SaaS und Cloud sehr effizient. Und auch hinsichtlich der Kosten können Sie ein hohes Maß an Effizienz bemerken: Sie müssen keine hohe Investition für einen Kauf tätigen, sondern nutzen die Anwendung, das Tool oder das Programm nur so lange, wie Sie es tatsächlich brauchen – und entsprechend zahlen Sie auch.
2. Erhöhte Datensicherheit
Sichere Daten sind das A und O für Unternehmen – ganz gleich, in welcher Branche Sie tätig sind. Generell verfügen Cloud-Speicher und -Software über fortschrittliche Mechanismen für den Datenschutz. Spezielle Verschlüsselungen, Zugangskontrollen und auch komplex aufgebaute Authentifizierungsverfahren sorgen dafür, dass die Daten zu jedem Zeitpunkt optimal geschützt sind. Und wer noch die Extraportion Sicherheit erfahren will, setzt einfach noch auf eine private Cloud.
3. Mobilität
Zugriff von überall – ob im Homeoffice, im Büro oder im Urlaub. Benutzer können von überall aus der Welt auf die Cloud zugreifen, sofern sie über eine Internetverbindung verfügen. Das macht Cloud-Produkte so attraktiv – schließlich kann man rund um den Globus zusammenarbeiten. Manuelle Softwareupdates sind dazu nicht nötig, da sich das System ganz automatisch aktualisiert. Alles, was für die Nutzung nötig ist, ist ein Login. Schon ist der volle Zugriff auf die Daten möglich.
4. Skalierbarkeit
Sie kennen es vielleicht: Da ist diese neue Anwendung, die Sie gerne verwenden möchten, doch um das umzusetzen, müssen Sie zunächst einmal teure Hardware kaufen und in Ihre IT-Infrastruktur einbinden. Insgesamt wenden Sie viel Zeit und Geld auf. Wenn Sie irgendwann aufstocken oder reduzieren möchten, ist der Aufwand genauso groß. Nicht bei SaaS und Cloud – hier lassen sich Tools und Programme stets auf veränderte Anforderungen anpassen. Das geschieht ganz schnell und äußerst unkompliziert – und neue Hardware ist ebenfalls nicht nötig!
5. Volle Kontrolle
Kontrolle ist für Unternehmen essenziell. Bei Cloud und SaaS genießen Sie diese Kontrolle gleich in zweierlei Hinsicht: Zum einen wissen Sie transparent über die Kosten und über den Umfang Ihrer Produkte Bescheid. Die Lösungen sind individuell auf Sie angepasst. Zum anderen sind Ihre vertraulichen Informationen gut geschützt. Die Zugriffsrechte lassen sich jederzeit anpassen – mit nur wenigen Klicks.
6. Wiederherstellung im Notfall
Niemand hofft, dass ein Notfall eintritt, doch wenn es so weit ist, sind alle froh, vorgesorgt zu haben. Cloud-Computing kommt ins Spiel: Schnell und unkompliziert lassen sich Daten im Notfall wiederherstellen. Denn automatische Backups, die schier unmerklich im Hintergrund laufen, machen die Daten rund um die Uhr und auch, wenn alles gelöscht scheint, einsehbar.
Lässt sich SaaS und Cloud kombinieren?
Viele denken, dass es immer nur „SaaS vs. Cloud“ heißen muss. Allerdings lohnt es sich, davon wegzukommen und SaaS und Cloud zu kombinieren. Sie gehen eine wunderbare Symbiose ein und ergänzen sich. So können sowohl SaaS als auch Cloud Ihre IT-Umgebung unterstützen.
SaaS-Anwendungen laufen ohnehin grundsätzlich in der Cloud. Ohne das eine ist also das andere gar nicht möglich. Unternehmen, die SaaS-Lösungen einsetzen, nutzen daher sowieso schon eine Cloud-Infrastruktur.
Besonders praktisch wird es, wenn Sie sich die Kombinationsmöglichkeiten von SaaS und Cloud ansehen. Über Schnittstellen, Webhooks oder spezialisierte Integrationsplattformen (iPaaS) ist es möglich, mehrere SaaS-Anwendungen und Cloud-Services miteinander zu verbinden. So lassen sich Daten austauschen oder Workflows automatisieren.
Die Automatisierung steht ganz hoch im Kurs. Viele Prozesse lassen sich einfach automatisieren, sodass eine manuelle Dateneingabe vermieden wird. Das reduziert das Fehlerpotenzial und optimiert die Datenkonsistenz. Die Kombination von SaaS und Cloud kann Ihrem Unternehmen also einen großen Mehrwert bieten.
Gleichzeitig wird dadurch ein erhöhtes Maß an Flexibilität möglich. Wer SaaS und Cloud kombiniert, kann schneller und flexibler auf neue Anforderungen reagieren und neue Tools besser in den Unternehmensalltag einbinden. Auch die Erweiterung von bestehenden Systemen ist ein Kinderspiel – es müssen weder die eigene Hardware angepasst noch eine komplexe Infrastruktur implementiert werden.
Ein Beispiel ist die Kombination von einem CRM-System – ein klassisches SaaS-Produkt – und einem cloudbasierten Machine-Learning-Service. Diese Zusammenarbeit von SaaS und Cloud macht es möglich, intelligente Analysen durchzuführen. Doch das ist nur ein Beispiel von vielen. Tatsächlich können Sie auch E-Commerce-Plattformen, Analyse-Tools oder ERP-Systeme problemlos miteinander verknüpfen. Die Effekte für Ihr Unternehmen sind großartig.
Das wissen auch wir von LUY: Als Experten für Business Navigation bieten wir innovative und zeitgemäße Lösungen, die Ihrem Unternehmen wirklich weiterhelfen. Cloud und SaaS gehören für uns zum Tagesgeschäft, denn wir wissen, dass diese Technologien die Zukunft sind – vor allem in einer cleveren Kombination.
Fazit
Sowohl cloudbasierte als auch SaaS-Lösungen bieten Unternehmen großartige Möglichkeiten. Beide Systeme bieten Ihre Pros und Contras. Daher ist es wichtig, genau abzuwägen, was für das Unternehmen individuell am besten ist. Deshalb raten Experten zu einer eingehenden Beratung. Wir von LUY ermitteln für Sie gerne Ihren persönlichen Bedarf und erstellen eine IT-Strategie, die maßgeschneidert auf Ihr Unternehmen angepasst ist. So profitieren Sie von den Vorteilen der gewählten Lösung.
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